Gustav Mahler - Symphony No. 1 in D Major „Titan“

Whygold´s Weekend ...

... unter diesem Motto präsentiere ich euch zum Wochenende meinen Musik-Tipp. Vielleicht entdeckt der eine oder andere ja was neues. Bewusst Musik hören ist meiner Meinung nach so wichtig, wie ein gutes Buch zu lesen.

Heute: Gustav Mahler - Symphony No. 1 in D Major „Titan“

https://music.youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mCWu6jlrjCpbnCpwzvzGz-iBVW_34LIg4

Gustav Mahler (* 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen; † 18. Mai 1911 in Wien, Österreich-Ungarn) war ein österreichischer Komponist am Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor einer der bedeutendsten Reformer des Musiktheaters.

Gustav Mahler entstammte einer jüdischen Familie. Sein Großvater war Šimon Mahler, Pächter und später Besitzer einer Weinbrennerei in Kalischt. Dessen Sohn Bernard Mahler (* 1827 in Lipnitz; † 1889 in Iglau) heiratete 1857 Marie Herrmann (* 1837 in Ledetsch; † 1889 in Iglau), sie stammte aus der Familie eines Seifenfabrikanten. Nach der Heirat erwarben die Eltern Gustav Mahlers zu der Weinbrennerei einen Gasthof in Kalischt, das spätere Geburtshaus Gustav Mahlers.

1860 verkauften Mahlers Eltern ihren Gasthof und das Geschäft in Kalischt und zogen in die mährische Stadt Iglau, wo Mahler den überwiegenden Teil seiner Jugend verbrachte. Er musste mit ansehen, wie der Vater die Mutter schlug, ein Trauma, das er nur spät mit Hilfe von Sigmund Freud bewältigen konnte.

Seine kompositorische Tätigkeit übte Mahler zumeist neben seinem Dirigentenberuf in den Sommerferien aus, die er gewöhnlich in der österreichischen Bergwelt verbrachte. Im Winter wurde ausgearbeitet, orchestriert und eine für den Druck lesbare Partitur hergestellt. Sein Werkverzeichnis ist dementsprechend eher schmal und auf wenige Gattungen beschränkt. Auch findet man eine ungewöhnlich hohe Zahl von Selbstzitaten, das heißt: In Werken finden sich – sogar oft notengleiche – Abschnitte, die früher schon verwendet wurden, so zum Beispiel in der 6. und 7. Sinfonie oder in der 1. Sinfonie und Liedern. Diese zwei Gattungen machen auch seine bedeutendsten Kompositionen aus, wobei sie oft auf neuartige Weise miteinander kombiniert sind.

Das eigentlich Besondere an Mahler ist jedoch, dass er an der Schwelle zur Neuen Musik steht; so haben es auch deren frühe Vertreter (Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern) gesehen, die sich alle auf ihn berufen haben. Mahler komponierte also in einer Zeit, als althergebrachte Konventionen nicht mehr weiterführten und daher die Besten nach neuen Wegen suchten. Von großem Einfluss war seine Musik auch auf Dmitri Schostakowitsch. Dies zeigt sich besonders in dessen sinfonischem Schaffen der letzten Phase (Beispielhaft sind hierfür Schostakowitschs 12. und 15. Sinfonie).[35]

Klanglich arbeitet Mahler oft mit ungewöhnlichen Lagen, zum Beispiel am Beginn der 1. Sinfonie, wo er den Geigen einen so hohen Ton notiert, dass er nur noch als Flageolett zu spielen ist. Auch werden ungewöhnliche Instrumente wie Kuhglocken, Hämmer oder Mandoline und Gitarre gefordert, oder beispielsweise die Hörner sollen aus großer Ferne zu hören sein, was bei Aufführungen eine Aufstellung in sehr großem Abstand hinter der Bühne zur Folge hat. Oft sind auch extreme Glissandi zu hören, oder das Streichen oder Schlagen mit dem Holz des Geigenbogens auf den Saiten (col legno, col legno battuto). Diese teilweise extremen Effekte lassen sich nicht mehr gut am Schreibtisch komponieren. Mahler konnte sie als Dirigent ganz einfach in der sonstigen Orchesterarbeit erproben, was Gegner (die diese Möglichkeit nicht hatten) zu der abschätzigen Bemerkung „Kapellmeistermusik“ verleitete. Das Bröckeln der Konventionen wirkt sich bis in die Formen aus, die Anzahl der Sätze der Mahlerschen Sinfonien schwankt zwischen zwei und sechs, die Verbindung mit der Liedgattung wurde schon genannt.

Auch der Rückgriff auf „niedere“ Musik ist ein Merkmal, so z. B. in der 1. Sinfonie, wo die „Feuerwehrkapelle“ ebenso zu hören ist wie Klezmer-ähnliche Popularmusik und Vogelstimmen, daneben schwerstes Blech wie von Wagner oder Bruckner. Als deren Epigone wurde Mahler nur zu oft missverstanden, oder schlicht als Potpourrikomponist. Ein fragmentarischer, zersplitterter Zug der Werke, eine Unmöglichkeit, weiterhin abgerundete, vollendete Werke zu konzipieren, spiegelt sich auch in Mahlers Hang dazu, Werke immer wieder umzuschreiben, jedes Mal mit einer Überzeugung der totalen Vollendung. Der geistige Gehalt in Mahlers Musik war seiner Zeit weit voraus, wurde wohl aus diesem Grund von den meisten Zeitgenossen abschätzig als Stückwerk, Kapellmeistermusik, und dergleichen missverstanden. Mahler war sich dessen bewusst, wie seine Aussprüche dokumentieren: „am Ende der Welt möchte ich in Wien sein, weil dort alles 25 Jahre zu spät eintrifft“ und „die Zeit für meine Musik wird noch kommen“. Mahlers 7. Sinfonie von 1905 gilt mit ihren zwei ‚Nachtmusiken‘ und besonders mit dem unheimlichen Scherzo ‚Schattenhaft‘ als wegweisend und zugleich die Schrecken der Zukunft vorausahnend. Adornos Befund, dass diese Musik im Absterben der Tradition zugleich das Ausgehöhlte und das immer Wahre darstelle, wird in der heutigen gesellschaftlichen Situation – der sogenannten Postmoderne – erst richtig verständlich.

Mahler, der viel las, bis ihm auf dem Totenbett buchstäblich das letzte Buch aus der Hand fiel, verband in seinen Werken immer wieder Literatur und Musik miteinander. Besonders die Volksdichtung und auch Märchen- und Sagenstoffe verwendete er dafür, aber ebenso Texte von Grillparzer, Rückert, Nietzsche, chinesische Lyrik und Goethes Faust. (Quelle: Wikipedia)

Mahlers erste Symphonie war auch die erste Symphonie, die ich live erlebt habe. Das muss so Ende der 80er Jahre gewesen sein. Mein Bruder hat mich damals mit nach Stuttgart in die Liederhalle genommen. Ich war damals schwer beeindruckt, von dem Klangkörper, von der Besetzung, aber vor allem von den vielen, schönen musikalischen Motiven. Es ist bis heute meine „Lieblings-Symphonie“.

Viel Spaß beim Musik hören !

Euer Chris Weigold

P.S.: Vielleicht genießt ihr den Hörgenuss zusammen mit einem Gläschen Wein aus unserer „Orchester der Kulturen Edition“.